Streit zwischen Türkei und Griechenland wegen Erdgas: Athen auf „Provokation“ vorbereitet

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Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan
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Athen – Der Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer verschärft sich: Griechenland warnte die Türkei am Montag davor, Schiffe zur Suche nach Erdgas vor den griechischen Inseln Rhodos, Karpathos und Kreta zu entsenden.

„Griechenland ist und bleibt absolut vorbereitet, um sich mit einer solchen Provokation zu konfrontieren, sollte die Türkei sie in die Tat umsetzen“, erklärte Außenminister Nikos Dendias in Athen.

Nach griechischen Angaben hat das staatliche türkische Energieunternehmen Lizenzen bei der dortigen Regierung beantragt, nur wenige Seemeilen vor den Inseln nach Erdgas und Erdöl forschen zu dürfen. Der Antrag sei in der türkischen Regierungszeitung bereits veröffentlicht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte im Januar angekündigt, „so schnell wie möglich“ in einem mit Libyen vereinbarten Gebiet nach Erdgas zu suchen.

Das Vorhaben betrifft auch potenziell erdgasreiche Regionen südlich von Kreta, die aus griechischer Sicht zur so genannten Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehören.

Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.

Ein ähnlicher Konflikt besteht bereits zwischen der Türkei mit Zypern. Dort sind türkische Schiffe für Probebohrungen seit vergangenem Jahr unterwegs. Die EU-Staaten hatten deshalb einen rechtlichen Rahmen für Sanktionen gegen die Türkei geschaffen.