Seit Beginn dieses Jahres sind 367 902 Menschen mit Schlepperbooten über das Mittelmeer gekommen, um in Europa Asyl zu beantragen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) waren 51 Prozent von ihnen Syrer. Menschen aus Afghanistan bildeten mit 14 Prozent die zweitgrößte Gruppe, gefolgt von Eritreern (acht Prozent), Nigerianern (vier Prozent) und Irakern (drei Prozent).

In den vergangenen Tagen hatte allerdings auch die Zahl der Iraker stark zugenommen. Viele von ihnen sind Kurden. Nach Auskunft syrischer Flüchtlinge geben sich allerdings auch etliche Migranten anderer Nationalitäten, die keine Papier bei sich tragen, gegenüber den Behörden in Europa als Syrer aus.

Rund 72 Prozent der Menschen, die seit Januar Europa erreichten, waren Männer, 13 Prozent Frauen und 15 Prozent Kinder.

In Griechenland kommen inzwischen etwa doppelt so viele Menschen mit Schlepperbooten an wie in Italien. Auf der Türkei-Griechenland-Route zahlen die Asylsuchenden im Schnitt 1250 US-Dollar (1120 Euro) für die kurze Überfahrt, für die meist Schlauchboote mit Außenbordmotor verwendet werden.

Das UNHCR schätzt, dass seit Jahresbeginn bereits 2 850 Menschen auf der gefährlichen Fahrt in überfüllten Booten ums Leben gekommen sind.

Die Zahl der Neuankömmlinge, die größtenteils nach Deutschland weiterreisen wollten, war zuletzt stark gestiegen. Im Juli kamen auf dem Seeweg 75 483 Asylbewerber. Im August kamen 129 843 Menschen an.

Über die verschiedenen Mittelmeer-Routen kommen mehrheitlich Asylbewerber an, die gute Chancen haben, als Flüchtling anerkannt zu werden.