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«El País»: Führt Trump die Republikaner zum Sieg oder zum Abgrund?

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Zum Auftakt des Parteitags der US-Republikaner, der Milliardär Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten ernennen soll, schreibt die linksliberale Madrider Zeitung «El País» am Dienstag:

«Trump hat bereits entscheidenden Einfluss auf die Republikaner ausgeübt. Sein plötzliches Eindringen ins konservative politische Szenario wird wichtige, darunter viele negative Folgen haben. Das deutlichste Beispiel ist wohl die Billigung durch die Republikaner des umstrittensten Vorschlags, mit dem Trump ins Rennen gegangen ist und von vielen seiner jetzigen Parteifreunde seinerzeit als gefährlicher Unsinn bezeichnet wurde: Den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, um damit theoretisch die illegale Einwanderung zu stoppen (…). Zum Auftakt des Parteitags bleibt der Zweifel, ob Trump Republikaner geworden ist – oder ob die Republikanische Partei «Trumpist» geworden ist. An den Urnen wird im November entschieden werden, ob diese Strategie die Traditionspartei zum Sieg oder aber an den Rand des Abgrunds führen wird.»

Spanien mit neuer Parlamentschefin – Regierungsbildung offen

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Gut drei Wochen nach der Neuwahl hat Spaniens Parlament eine neue Chefin: die bisherige Verkehrsministerin Pastor. Sie gilt als kompetent. Eine neue Regierung ist aber weiter nicht in Sicht.

Spaniens bisherige Verkehrsministerin Ana Pastor ist zur neuen Präsidentin des Parlaments in Madrid gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Unterhauses setzte sich die Politikerin der konservativen Volkspartei (PP) des geschäftsführenden Regierungschefs Mariano Rajoy am Dienstag gegen den sozialistischen Amtsinhaber Patxi López durch. Sie bekam auch Stimmen der liberalen Partei Ciudadanos (Bürger). Der PP-Politiker Pío García-Escudero wurde als Präsident des Senats bestätigt. Gut drei Wochen nach der Neuwahl vom 26. Juni war jedoch weiterhin unklar, wer die neue Regierung bilden wird.

Die PP hatte sich bei der Neuwahl am 26. Juni zwar als stärkste Partei behauptet, die bei der regulären Wahl am 20. Dezember 2015 verlorene absolute Mehrheit aber erneut deutlich verpasst. Rajoy – bereits seit über einem halben Jahr nur geschäftsführend im Amt – will am liebsten mit den Sozialisten (PSOE) eine große Koalition nach deutschem Vorbild bilden. PSOE-Chef Pedro Sánchez hat das allerdings mehrfach abgelehnt.

Am Montagabend hatte Rajoy bekräftigt, er sei auch bereit, eine Minderheitsregierung ohne Koalitionspartner anzuführen. Dazu muss der 61-Jährige allerdings bei der Abstimmung über seine Kandidatur, die in der ersten August-Woche stattfinden könnte, eine einfache Mehrheit erreichen, die im zweiten Wahlgang ausreichend wäre.

Aber selbst eine einfache Mehrheit ist für Rajoy nicht in Sicht. Die Abgeordneten von Ciudadanos wollen sich lediglich der Stimme enthalten. Auch wenn alle größeren Parteien die Möglichkeit eines dritten Urnengangs innerhalb eines Jahres kategorisch ausschließen, haben die Sozialisten und die linke Protestpartei Podemos (Wir können) bereits angekündigt, dass sie Rajoy nicht unterstützten werden.

Abgasskandal: Spanischer Verbraucherverband klagt gegen VW

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Der spanische Verbraucherschutzorganisation OCU hat wegen des Abgasskandals bei Volkswagen eine Sammelklage gegen den deutschen Autobauer eingereicht. Die Klage sei beim Handelsgericht in Madrid eingegangen, teilte OCU am Dienstag mit. Rund 4000 vom Skandal betroffene Menschen hätten sich bereits der Schadenersatzforderung angeschlossen. Der Verband übernehme für die Geschädigten alle Gerichts- und Anwaltskosten, hieß es.

VW müsse die begangenen Fehler einräumen, innerhalb eines Monats die betroffenen Fahrzeuge reparieren und jeden einzelnen Geschädigten mit mindestens 2000 Euro entschädigen, fordern die Verbraucherschützer. Der Sammelklage können sich noch weitere Betroffene anschließen.

Erst vor eineinhalb Wochen hatte die spanische Justiz wegen des Skandals um manipulierte Emissionswerte bei Dieselwagen Ermittlungen gegen den VW-Konzern eingeleitet. Der Richter Ismael Moreno vom Nationalen Gerichtshof in Madrid erklärte, die Volkswagen AG stehe im Verdacht des Betrugs, des Subventionsbetrugs und des Verstoßes gegen die Umweltgesetze.

Spaniens Sozialisten schließen Bündnis mit Rajoy aus

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@pixabay

Spaniens Sozialisten (PSOE) haben ein Regierungsbündnis mit der konservativen Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy strikt abgelehnt. Seine Partei werde im Parlament die Opposition anführen, kündigte PSOE-Chef Pedro Sánchez am Samstag auf einem Treffen der Parteiführung in Madrid an. Die Sozialisten würden Rajoy im Parlament auch nicht durch Stimmenthaltung zu einer Mehrheit verhelfen.

Bei der Parlamentswahl am 26. Juni hatten Rajoys Konservative zwar die meisten Sitze gewonnen, die absolute Mehrheit aber weit verfehlt. Der Regierungschef, der seit gut einem halben Jahr nur geschäftsführend im Amt ist, hatte für die Bildung einer neuen Regierung auf eine große Koalition mit den Sozialisten nach deutschem Vorbild gesetzt.

Mit der strikten Absage der Sozialisten nehme die Wahrscheinlichkeit zu, dass in Spanien ein weiteres Mal Neuwahlen erforderlich würden, schrieb die angesehene Zeitung «El Pais» am Samstag in ihrer Online-Ausgabe. Die Wahl am 26. Juni war notwendig geworden, weil die Parteiführer sich nach dem Urnengang am 20. Dezember 2015 auf keine Koalition hatten einigen können.

Sophia Loren Ehrenbürgerin von Neapel – auch als Krippenfigur

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@dpa

«Der Körper, das Herz und der Kopf von Neapel»: Das ist Sophia Loren nach den Worten des Bürgermeisters der süditalienischen Stadt.

 

Rom (dpa) – «Der Körper, das Herz und der Kopf von Neapel»: Das ist Sophia Loren nach den Worten des Bürgermeisters der süditalienischen Stadt. Die Schauspielerin ist am Samstag zur Ehrenbürgerin von Neapel ernannt worden. «Es ist nicht leicht, heute zu sprechen. Ich fühle so viel Liebe», sagte Loren laut Nachrichtenagentur Ansa. Die 81-Jährige ist bei Neapel aufgewachsen. Viele ihrer Filme spielen auch in der Stadt.

«La Loren» wurde gleichzeitig zur Krippenfigur – mit charakteristischem tiefem Dekolleté. Krippenbauer Genny Di Virgilio gab bekannt, die Diva fände die Figur «bellissima». Die Krippenkunst hat in Neapel eine lange Tradition.

Duell der Superstars: Antoine Griezmann gegen Cristiano Ronaldo

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@dpa

Von Miriam Schmidt, Jens Marx und Florian Lütticke, dpa

Mit seinen zwei Treffern gegen Deutschland machte Antoine Griezmann die EM endgültig zu seinem Turnier. Cristiano Ronaldo entschied das Halbfinale gegen Wales. Im EM-Endspiel von Saint-Denis wird nun auch das Duell der Stars von Frankreich und Portugal entscheidend sein.

Vor sechs Wochen im Champions-League-Finale standen sich Antoine Griezmann und Cristiano Ronaldo schon einmal gegenüber. Damals konnte Ronaldo nach dem Elfmeterschießen mit Real Madrid jubeln, Atléticos Griezmann schoss während der Partie sogar einen Strafstoß an die Latte. Nun kommt es im Endspiel der Fußball-EM im Stade de France zwischen Frankreich und Portugal erneut zum Duell der beiden Superstars. Ein Vergleich:

ERFOLGE:

GRIEZMANN: Der 25-Jährige hat da nicht viel vorzuweisen. Als Atlético Madrid vor zwei Jahren zuletzt spanischer Meister wurde, spielte er noch für Real Sociedad San Sebastian. Bei den beiden Spielen um den Supercup gegen Real war Griezmann nach seinem Wechsel im Sommer 2014 dabei – sein bislang einziger Titel. Zuletzt Champions-League-Finale.

RONALDO: Im Verein und auf individueller Ebene hat er schon fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Ronaldo holte drei Titel in der Champions League, war zudem spanischer und englischer Meister sowie Sieger der Club-WM. Dreimal wurde er zum Weltfußballer gewählt, fünfmal eroberte er die Torjägerkanone in der Champions League.

STÄRKEN:

GRIEZMANN: Schneller Antritt, kopfballstark, obwohl mit 1,75 Metern nicht unbedingt ein Fußball-Riese. Ist flink, wendig. Er kann dribbeln. Macht es aber gar nicht so oft. Glänzt auch als Vorbereiter. Griezmann antizipiert gut, wie beim zweiten Tor gegen Deutschland, erkennt blitzschnell Situationen.

RONALDO: Technisch stark, athletisch und unglaublich kopfballstark: Ronaldo ist einer der besten Spieler der Geschichte. Zudem hat der Portugiese einen guten Schuss und enormen Ehrgeiz. Ronaldo will immer der Beste sein, immer gewinnen. Ist zudem ein absoluter Profi, lebt für seinen Sport.

SCHWÄCHEN:

GRIEZMANN: Er ist nicht unbedingt einer, der für die Defensivarbeit geboren ist. Spielt er ganz vorne drin, kann er seinen Speed auch nicht ausspielen. Bei dieser EM schien ihn zudem zu Beginn die lange Saison mit den meisten Einsätzen aller EM-Spieler noch zu bremsen. Griezmann überstand aber auch diese kleine Schwächephase.

RONALDO: Oft zu eigensinnig, anstatt den besser postierten Mitspieler zu suchen. Ist zudem ungeduldig, läuft ein Spiel nicht oder gefällt ihm eine Schiedsrichter-Entscheidung nicht, fällt der 31-Jährige oft durch ausgiebiges Lamentieren auf. Auch die Unterstützung für seine Teamkollegen in der Defensive ist nicht immer vorbildhaft.

PERSÖNLICHKEIT:

GRIEZMANN: Das Party-Image ist passé. Griezmann hat sich in jeder Hinsicht in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Seit er 14 ist, spielt er in Spanien Fußball. An die französische Lebensweise muss er sich immer wieder neu gewöhnen. Auf dem Platz keiner, der eine große Show abzieht.

RONALDO: Kaum ein Spieler polarisiert so sehr wie er. Gilt oft als arroganter Schnösel, andere sehen in ihm einen Vollblutprofi. Fiel bei der EM mit abwertenden Kommentaren gegen Island auf, warf ein Reporter-Mikrofon in einen See. Sorgte mit seinem entspannten Umgang mit aufdringlichen Fans auf dem Platz aber auch für positive Szenen.

EM-LEISTUNGEN:

GRIEZMANN: Traf für Frankreich bei der EM alle 72,5 Minuten, ist mit bislang sechs Treffern mit Abstand bester Torschütze. Jeder zweite seiner Schüsse, die aufs Tor gehen, ist auch drin. Zudem legte er seinen Teamkollegen zwei Treffer auf. 84 Prozent der Pässe des Offensivspielers kamen an.

RONALDO: Erzielte bei dieser EM bislang drei Tore, stand dafür mit 600 Minuten aber deutlich länger auf dem Platz als Griezmann. Traf alle 200 Minuten, gab zudem drei Torvorlagen. Mit mehr als 45 Schüssen der Fleißigste, jedoch auch extrem ineffizient. Seine Passquote von 88 Prozent ist ein starker Wert.

Parlamentsneuwahl in Spanien begonnen

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Die Spanier wählen zum zweiten Mal in einem halben Jahr ein neues Parlament. Klare Mehrheiten sind aber wieder nicht absehbar. Wie und ob sich der Brexit auswirkt, ist noch unklar.

In Spanien hat am Sonntag eine Parlamentsneuwahl begonnen, die unter dem Eindruck der Brexit-Entscheidung in Großbritannien steht. 36,5 Millionen Wahlberechtigte waren zum zweiten Mal innerhalb gut eines halben Jahres zur Stimmabgabe aufgefordert. Die Neuwahl war notwendig geworden, nachdem die großen Parteien nach dem Urnengang am 20. Dezember 2015 keine Regierungskoalition hatten bilden können.

Nach allen Umfragen dürfte sich allerdings auch diesmal keine klare Mehrheit ergeben. Die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy dürfte aus der Wahl erneut als stärkste Kraft hervorgehen, die absolute Mehrheit aber weit verfehlen. Die Linkspartei Podemos (Wir können) hoffte darauf, mehr Sitze zu gewinnen als die Sozialisten (PSOE). Die möglichen Auswirkungen des Brexits auf das Wahlergebnis waren unklar.

 

Portugal schockt favorisierte Kroaten im Achtelfinal-Langweiler

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Bis in die Verlängerung boten Kroatien und Portugal am Samstagabend im EM-Achtelfinale Fußball zum Abgewöhnen. Kurz vor dem Ende gelang Cristiano Ronaldo und Co. doch noch die Erlösung. Die Ausgangslage scheint nun günstig wie nie.

 

Lens (dpa) – Fast entschuldigend nahm Cristiano Ronaldo seinen Real-Madrid-Kollegen Luka Modric nach dem EM-Viertelfinaleinzug in den Arm. Statt der hochgelobten Kroaten hat nun Portugal eine fast schon historische Chance, bei der Fußball-Europameisterschaft durchzustarten. «Portugal ist jetzt der neue Favorit. Sie können es bis ins Finale schaffen», erklärte Kroatiens Trainer Ante Cacic nach dem 0:1 (0:0) nach Verlängerung am Samstag im Achtelfinale in Lens.

Dies klingt eigentlich absurd, so harmlos war der Auftritt des Teams von Superstar Ronaldo, der immer noch auf seinen ersten Titel mit dem Nationalteam hofft. Doch als sich alle in einem erschreckend schwachen und extrem langweiligen Spiel schon auf Elfmeterschießen eingestellt hatten, ebnete Ronaldo seiner Mannschaft doch den Weg ins Viertelfinale. Seinen Torschuss in der 117. Minute – der erste überhaupt von Portugal im gesamten Spiel – konnte Kroatiens Keeper Danijel Subasic nur abklatschen. Der eingewechselte Ricardo Quaresma vollendete und köpfte den Vize-Europameister von 2004 zum sechsten Mal in Serie in die Runde der letzten Acht bei einer EM.

«Wir haben 120 Minuten hervorragend verteidigt – und dann im richtigen Moment zugeschlagen», sagte der Angreifer von Besiktas Istanbul. Da sich die großen Teams Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich alle in der anderen Turnierhälfte befinden, scheint die Situation für Ronaldo und Co. günstig, tatsächlich bis ins Endspiel zu marschieren. Nächster Gegner ist am Donnerstag in Marseille nun zunächst Polen. «Es gibt keine einfachen Gegner mehr in diesem Turnier. Polen hat ein starkes Team, wir müssen wieder unser Bestes geben», sagte Abwehrspieler Cedric Soares.

Die gute Ausgangslage für Portugal scheint auch nach den Eindrücken vom Samstag geradezu grotesk. Mit dem vierten Unentschieden im vierten Spiel nach 90 Minuten steht das Team von Trainer Fernando Santos nun im Viertelfinale. Wie ein Titelanwärter spielte Portugal bislang noch in keinem Spiel. Am Mittwoch quälten beide Teams die Zuschauer mit ihrer Zerstörungstaktik. «Wir haben versucht, das Spiel zu machen, aber Kroatien hat uns nicht gelassen. Und Kroatien hat versucht, das Spiel zu machen, aber wir haben sie auch nicht gelassen», meinte Portugals Coach Santos.

Die nach ihren starken Leistungen in der Vorrunde und dem 2:1 gegen Titelverteidiger Spanien eigentlich favorisierten Kroaten waren am Ende fassungslos. «Wir sind sehr enttäuscht und wir alle wissen, das war die große Chance dieser Generation», sagte Abwehrspieler Vedran Corluka und Trainer Ante Cacic meinte: «Wir hatten eine große Chance bei diesem Turnier.» Die hat nun Portugal.

Christos «Floating Piers» geöffnet – Wasserwandeln im See

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Über das Wasser wandeln: Seit dem Morgen sind die spektakulären «Floating Piers» (schwimmenden Stege) des Künstlers Christo im lombardischen Iseo-See für das Publikum zugänglich. Der Andrang war gleich nach Öffnung der Stege groß.

 

Über das Wasser wandeln: Seit Samstagmorgen sind die spektakulären «Floating Piers» (schwimmenden Stege) des Künstlers Christo im lombardischen Iseo-See für das Publikum zugänglich. Der Andrang war gleich nach Öffnung der Stege groß.

Christo und sein Team hatten 220 000 Schwimmwürfel aus Kunststoff zusammengeschraubt und dann mit einem dahliengelb-schimmernden Polyamidgewebe überzogen. Die Stege sind drei Kilometer lang und 16 Meter breit und wurden von Tauchern mit 190 tonnenschweren Ankern auf dem Grund des Sees befestigt. Sie verbinden den Ort Sulzano auf dem Festland mit der Insel Monte Isola und von dort mit dem kleineren Eiland San Paolo. Bis zum 3. Juli werden rund eine halbe Million Besucher erwartet.

Christo ist für spektakuläre Großprojekte und Verhüllungsaktionen weltweit bekannt. So hatte er gemeinsam mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude 1995 den Berliner Reichstag verhüllt.

Spanien setzt ein erstes Zeichen – Schwache Türkei vor dem EM-Aus

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Mit Spanien ist wieder zu rechnen. Zwei Jahre nach dem WM-Desaster von Brasilien haben sich die Iberer bei der Fußball-EM endgültig in die Favoritenrolle gespielt. Die Türkei befindet sich dagegen jetzt erst recht im Krisenmodus.

Zwei Siege, 4:0 Tore, vorzeitig für das Achtelfinale qualifiziert: Für Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque hätte der Kurztrip an die Côte d’Azur besser nicht laufen können. «Wir haben uns schon nach zwei Spieltagen das Weiterkommen gesichert. Das ist ein sehr gutes Zeichen», sagte del Bosque am Freitagabend in Nizza nach dem ungefährdeten 3:0 (2:0) bei der Fußball-EM gegen ein erschreckend harmloses Team der Türkei. «Sie hatten keine Chance. Wir haben es uns selbst leichter gemacht als noch gegen Tschechien», sagte der 65-Jährige. Beim 1:0 zum Auftakt hatte der spanische Motor noch deutlich gestottert.

Gegen die Türkei nahmen die Iberer auf dem Weg zum dritten EM-Titel in Serie aber Fahrt auf. Und beendeten auch die Diskussionen darüber, das mit Weltklassespielern gespickte Team habe ein Problem in der Offensive. Die beiden Angreifer Àlvaro Morata (34., 48. Minute) und Nolito (37.) schossen den nie gefährdeten Erfolg heraus. «Wir haben einfach eine unglaublich gute Atmosphäre im Team» sagte Morata bescheiden nach seiner Gala vor 33 409 Zuschauern im Stade de Nice.

Der höchste Sieg im bisherigen Turnierverlauf wurde den Spaniern allerdings auch sehr leicht gemacht. Die Türken waren nur in den ersten zehn Minuten ein ebenbürtiger Gegner, danach zerfiel das Team vom Bosporus in seine Einzelteile. Der geringe Widerstand seiner Mannschaft machte Türkei-Coach Fatih Terim in der Pressekonferenz so richtig wütend. «Das Team hat das Handtuch geworfen», sagte Terim erregt. So etwas habe er selbst in seiner langen Karriere als Spieler und Trainer nie gemacht.

Den Türken hilft nun nur noch ein deutlicher Sieg gegen Tschechien, um die Chance zu wahren, als einer von vier Gruppendritten ins Achtelfinale einzuziehen. Große Hoffnung besteht aber nicht, zumal die Stimmung rund um das Team vergiftet ist. Kapitän Arda Turan wurde von den türkischen Fans in der zweiten Halbzeit bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Schon nach der Niederlage gegen Kroatien hatten Fans und Medien in der Heimat den Spanien-Legionär zum Sündenbock abgestempelt. «So etwas darf es nicht geben», sagte Leverkusens Offensivspieler Hakan Çalhanoğlu. «Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen.»