Türkei kritisiert EU wegen Mittelmeer-Beschluss

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Das türkisches Bohrschiff "Yavuz" führt Probebohrungen im östlichen Mittelmeer durch
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Die Türkei hat Äußerungen der EU über türkische Bohrungen im östlichen Mittelmeer kritisiert. Brüssel solle sich nicht von Zypern und Griechenland im Namen der Solidarität benutzen lassen, so Ankara.

„Wir sehen erneut, dass die EU-Ratstreffen ihre Erklärung über den östlichen Teil des Mittelmeers mit falsch verstandener Solidarität verfasst hat. Diese Erklärung zeigt erneut, wie die EU das Völkerrecht missbraucht“, heißt es in einer Erklärung von Hami Aksoy, Sprecher des türkischen Außenministeriums.

Türkei sucht Öl im Mittelmeer

Hintergrund ist das Treffen der Staatschefs der EU Ende April. Bei diesem Treffen ging es vornehmlich um die Bekämpfung des Coronavirus. Und doch wurde in der Abschlusserklärung der Konflikt zwischen der Türkei auf der einen Seite und Griechenland sowie dem griechischen Teil Zyperns erwähnt. Bei diesem Disput geht es vor allem um die Ölvorräte im östlichen Mittelmeer.

„Die illegalen Bohraktivitäten der Türkei in der ausschließlichen Wirtschaftszone wurde von einigen Mitgliedern zur Sprache gebracht. Wir bringen hiermit unsere Solidarität mit Zypern zum Ausdruck“, heißt es in der Erklärung der EU.

EU-Beitritt der Türkei darf nicht zur Geisel werden

Die Türkei hat begonnen in der Region nach Öl zu bohren. Damit reagiert Ankara auf die Weigerung des griechischen Teils Zypern, seine Einnahmen aus dem Ölgeschäft mit dem türkischen Teil zu teilen. Die EU sieht diese Bohrungen als illegal an.

„Die EU müsse verstehen, dass sie mit diesem Verhalten kein Ergebnis erzielen kann. Wir erwarten von der EU, dass der griechische Teil Zyperns zu einem Dialog mit dem türkischen Teil ermuntert wird und dass Griechenland mit der Türkei spricht“, so Aksoy. Dabei sollte der EU-Beitrittsprozess nicht von engstirnigen Interessen Griechenlands als Geisel genommen werden. Die Türkei werde nicht aufhören, weiter ihre Interessen und die der zypriotischen Türken zu schützen.