Unwetter am Mittelmeer: Hohe Wassertemperatur und Tiefdruck ergeben gefährliche Mischung

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Unwetter am Mittelmeer

 
 
 

In den nächsten Tagen gilt hohe Unwettergefahr am Mittelmeer: Ein Tiefdruckgebiet macht sich zusammen mit einem Schwall polarer Kaltluft auf den Weg zu den Balearen. Dadurch drohen heftige Regenfälle und schwere Gewitter mit Hagel und Sturmböen.

Ungewöhnlich warmes Wasser

Das Mittelmeer ist für diese Jahreszeit noch immer ungewöhnlich warm. Im Westen erreichen die Wassertemperaturen noch 27 Grad, im zentralen und östlichen Mittelmeer sind es sogar bis zu 30 Grad. Die Lufttemperatur sinkt dagegen mit der einströmenden Kaltluft rapide: Am Dienstag schaffen es die Höchstwerte an der spanischen Küste gerade mal auf 20 Grad.

Die hohen Wasseroberflächentemperaturen ergeben zusammen mit den kalten Luftmassen eine sehr instabile Mischung. Dadurch bilden sich heftige Unwetter.

Über 250 Liter Regen innerhalb weniger Tage

Am stärksten trifft es voraussichtlich die Region von der spanischen Ostküste bis nach Mallorca. Dort rechnen die Wettermodelle im Laufe der Woche großflächig mit Niederschlagsmengen über 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Lokal sind sogar über 250 l/qm möglich.

Zum Vergleich: Das ist in etwa halb so viel Regen, wie jährlich im Durchschnitt in Berlin fällt (circa 570 l/qm) – innerhalb von nur wenigen Tagen.

Tief bleibt sehr lange an einem Ort

Voraussichtlich kommt deshalb so viel Regen in dieser Region herunter, weil das Tiefdruckgebiet wohl an Ort und Stelle bleibt, anstatt weiter zu ziehen und den Regen auch in andere Regionen zu bringen. So wird nur eine relativ kleine Region von den Unwettern getroffen – dort aber besonders heftig. Solche massigen Regenmengen können Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen.