Cannes 2019: Schaulaufen am Mittelmeer

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Die Stars, die Filme, die Hotspots: Das ist beim 72. Filmfestival in Cannes zu erwarten. Jetzt wurde das Festival mit einem glamourösen, roten Teppich und Jim Jarmuschs Film „The Dead Don’t Die“ eröffnet.

Cannes.Die Filmwelt konzentriert sich wieder auf einen Ort an der Côte d’Azur: Cannes. Am Dienstag wurden die 72. Internationalen Filmfestspiele mit dem Zombie-Film „The Dead Don’t Die“ von Jim Jarmusch eröffnet.

Das sind die Stars in Cannes

Direkt zum Eröffnungsfilm kamen Selena Gomez, Eva Longoria, Tilda Swinton, Bill Murray, Adam Driver und Julianne Moore. Die Stardichte zum Auftakt beeindruckt – und doch murrte die Fachwelt: Wo, bitte, bleibt Hollywood? Mit Verspätung zog Festivalchef Thierry Frémaux seinen kostbarsten Pfeil aus dem Köcher: Regisseur Quentin Tarantino hat im Schneideraum Dauerschichten eingelegt und seinen Film „Once upon a Time … in Hollywood“ doch noch fertig bekommen. Seine Hauptdarsteller Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie bringt er in der kommenden Woche mit. 25 Jahre nach „Pulp Fiction“ rockt Tarantino wieder die Croisette. Und auch einer der erfolgreichsten Sänger der Welt wird erwartet: Elton John soll am Freitag zur Vorstellung des Films „Rocket Man“ kommen.

Diese Filme laufen beim Filmfest in Cannes

Trotz des Gekreisches am roten Teppich: In Cannes wird wie nirgendwo sonst die Kinokunst zelebriert. 21 Beiträge konkurrieren im Wettbewerb um die Hauptpreise, viele weitere werden außer Konkurrenz gezeigt. Vorsitzender der Jury ist in diesem Jahr Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu („The Revenant“). Léa Seydoux, Antonio Banderas und Isabelle Huppert stellen ihre neuen Filme vor. Regisseure wie die belgischen Dardenne-Brüder und der Brite Ken Loach halten der ungerechten Welt einen Spiegel vor. Das „US-Kinophantom“ Terrence Malick, von dem kein einziges aktuelles Foto existiert, lässt sein Drama über einen österreichischen Kriegsdienstverweigerer während der NS-Zeit präsentieren. Darin spielt der Deutsche August Diehl die Hauptrolle – und auch der verstorbene Bruno Ganz ist noch einmal zu sehen.

Die Fans gehen auf Promijagd

Es gibt wohl wenige Orte auf der Welt, wo man so vielen Hollywoodstars in so kurzer Zeit begegnen kann wie in Cannes. Kein Wunder also, dass selbst Samstagabend, schon drei Tage vor Festivalstart, ein gemischter Trupp mit Trittleitern an der Croisette Stellung bezieht. „Wir sichern uns die besten Logenplätze“, sagt Greg Kaprielian und grinst. Er ist eigens aus Toulouse angereist. Immer wieder im Mai seit nunmehr 14 Jahren besteigt Kaprielian seine Leiter. Und wen hofft er, dieses Mal zu erspähen? „Unbedingt Sylvester Stallone“, sagt der 34-Jährige. Der altgediente Muskelmann kommt mit seinem fünften „Rambo“-Film vorbei – allerdings erst in zehn Tagen. Heiß begehrt sind nicht nur Selfies mit den Stars, sondern auch Autogramme. Die verkaufen einige Angereiste dann im Internet, um sich ihren Cannes-Trip zu finanzieren.

Das sind die Hotspots

Die wenigsten Hollywoodstars trifft man beim Flanieren an der Croisette – dafür in den Fünfsternehotels. Dort finden nicht nur die Interviews mit den Stars statt, einige wohnen gleich dort. Ein Zimmer bekommt da der normale Tourist kaum noch: Die Preise steigen im Festivalzeitraum in der Regel auf mehr als 1000 Euro – pro Nacht. Die A-Riga der Hollywoodstars wie Leonardo Di Caprio und Nicole Kidman entscheidet sich in der Regel allerdings für eine andere Unterkunft: das Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes. Dort findet auch die exklusivste Party der Festspiele statt: die Amfar-Gala. Ein Ticket kostet dafür ab 16.000 Euro aufwärts – immerhin für den guten Zweck.