Geheimtipp Girona – eine idyllische Alternative zu Barcelona

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View of the city of Girona during sunset

 
 
 

Die Deutschen lieben Barcelona und sind damit nicht allein: Jedes Jahr kommen mehr als 27 Millionen Besucher aus aller Welt in die beliebteste Stadt Spaniens. Die Touristenmassen verstopfen die Stadt und machen sie teuer. Warum tun Sie sich und den Barcelonern also nicht etwas Gutes und reisen in eine andere katalanische Stadt? Nämlich Girona.

Hundert Kilometer nordöstlich von Barcelona gelegen bietet die Stadt mit seinen etwas mehr als 100.000 Einwohnern eine beeindruckende, mittelalterliche Architektur und ein magisches Setting: Sie liegt am Fuße der Pyrenäen an gleich vier Flüssen: dem Ter, Onyar, Galligants, und Güell.

Sehenswürdigkeiten

Die berühmteste Sehenswürdigkeit von Girona sind die Les Cases de l’Onyar, die Häuser des Onyar. Die bunten Fassaden stammen teils aus dem 19., teils aus dem 20. Jahrhundert und bilden seit ihrer Renovierung in den 80er Jahren eine der einzigartigsten Wasserstraßen der Welt: Sie scheinen über dem Wasser zu schweben und erstrecken sich an beiden Ufern des Flusses Onyar, der die Stadt in ihrer Mitte teilt. Die beiden gegenüberliegenden Ufer werden durch zwei Brücken verbunden, die vom selben Architekturbüro entworfen wurde wie der Eiffelturm. Nur ein einziges Haus ist für die Öffentlichkeit zugänglich, nämlich das Casa Masó, das als eines der gelungensten Beispiele für moderne, katalanische Architektur gilt. Nach der Besichtigung kann man sich bei einem Picknick im grünen Devesa Park ausruhen. Danach geht es gemütlich weiter in die Altstadt. Im kleinen Girona kann man nämlich alles bequem zu Fuß erreichen.

Das Stadtviertel Barrí Vell ist mindestens genauso schön wie das Barri Gòtic in Barcelona, ist aber viel leerer und fühlt sich wesentlich authentischer an. Denn hier gibt’s nicht nur die schönsten und ältesten Gebäude der Stadt, sondern auch die Universität von Girona. Viele Studenten tummeln sich in den Cafés und Bars des Viertels, das von einer riesigen, weißen Kathedrale überragt wird: Auf der dramatischen Barocktreppe der Kirche wurde die Szene der Erfolgsserie „Game of Thrones“ gedreht, in der Königin Cersei den Weg der Schande über sich ergehen lassen muss. Eine weitere Attraktion sind die arabischen Bäder von Girona: eine uralte, romanische Badeanlage, die wegen ihrer mystischen und gut erhaltenen Architektur ebenfalls als Drehort der Serie diente. Der Eintritt kostet nur zwei Euro.

Auf der alten Stadtmauer von Girona kann man kostenlos auf dem sogenannten Passeig Arqueològic spazieren und hat von dort einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Im jüdischen Viertel El Call gibt es ein Labyrinth aus steinernen Gassen und mittelalterlichen Gebäuden zu erkunden. Achtung: Hohe Schuhe sind bei den zahlreichen Treppen, die man dabei steigen muss, keine gute Idee. In der Carrer de la Força 8 befindet sich ein sehr sehenswertes Museum zur jüdischen Geschichte der Stadt. Wer abends nach einem langen Tag der Erkundung müde und hungrig geworden ist kann in der Carrer de la Cort Reial in einem der vielen Restaurants köstliche Tapas zu erschwinglichen Preisen essen und dazu spanischen Wein trinken.

Das Blumenfest

Wer Girona in seinem buntesten Gewand sehen will, der sollte im Frühling in die Stadt reisen: Vom 11. Mai bis zum 19. Mai findet nämlich jedes Jahr das Blumenfest Temps de Flors statt, bei dem das gesamte Barrí Vell mit Blüten-Teppichen, Skulpturen und Licht-Installationen in Szene gesetzt wird. Noch viele Wochen danach findet man in der ganzen Stadt Kunstwerke aus Papierblumen, imposant aufgetürmt auf den vielen öffentlichen Plätzen, oft aber auch ganz versteckt in einer der unzähligen Gassen Gironas.

Anreise

Will man nur einen Tagestrip in die Stadt unternehmen, so kann man sie in nur 40 Minuten mit dem Schnellzug von Barcelona aus erreichen. Deshalb wird sie auch von zahlreichen europäischen Billigairlines als Ausweichflughafen für die katalanische Hauptstadt genutzt. So fliegt Ryanair zum Beispiel von Karlsruhe, Memmingen und Bremen aus direkt nach Girona. Wer auf einem Roadtrip unterwegs ist, für den ist auch die französische Grenze nicht weit.