Mazedonien ehrt den «letzten Mohikaner»

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Der Frauenfelder Verleger Beat Brechbühl ist auch erfolgreich als Schriftsteller. Jetzt wird ihm der Grosse Preis am Internationalen Poesiefestival im mazedonischen Tetovo verliehen.

Unvergleichlich sein «Kneuss», unvergesslich seine «Geschichten vom Schnüff», unverkennbar sein Berndeutsch, obwohl er seit langem im Thurgau lebt, in Blei setzt, Bodoni-Blätter druckt und besondere Literatur in seinem Verlag Waldgut herausgibt. Etwa den Gedichtband «Die weisse Filzkappe» von Isuf Sherifi, der sich für die Rechte der Albaner in Mazedonien einsetzte, dafür in Haft sass und in die Schweiz emigrierte. Er lebt seit 1992 in Wittenbach und leitet den albanischen Kulturverein in St. Gallen.

Isuf Sherifi hat als Jurymitglied Beat Brechbühl für den Grossen Literaturpreis Naim Frashëri in Mazedonien vorgeschlagen. Der Preis ist nach dem albanischen Nationaldichter benannt. Er wird Brechbühl verliehen, am 22. Internationalen Poesiefestival Ditët e Naimit in der Stadt Tetovo, dem Zentrum der Albaner in Mazedonien. Unter den früheren Preisträgern sind etwa Abdellatif Laabi aus Marokko und Ewa Lipska aus Polen – beide haben schon an den Frauenfelder Lyriktagen gelesen.

Schweizerisch-albanische Dichtertreffen

Isuf Sherifi nennt Beat Brechbühl den «letzten Mohikaner der Lyrik in der Ostschweiz». Seit Jahren pflegt Sherifi engen Kontakt mit Ostschweizer Lyrikern: Ivo Ledergerber und Fred Kurer, Christine Fischer und Beat Brechbühl.

Nach einigen schweizerisch-albanischen Dichtertreffen hat Isuf Sherifi die zweisprachige Anthologie «Blick durchs geöffnete Fenster» herausgegeben. Sein Lyrikband «Die weisse Filzkappe» ist 2017 bei Waldgut erschienen. Beat Brechbühls jüngste Bücher sind die Neuauflage der Erzählung «Fussreise mit Adolf Dietrich» und die Gedichtsammlung «Farben, Farben!»