Triest ist immer eine Reise wert

Das meint auch „Lonely Planet“ und erklärt warum

Städtereise nach Italien? Klar: Rom, Venedig, Florenz … nur selten fällt in der Aufzählung der Name Triest. Vielleicht liegt es daran, dass die Hafenstadt an der Adria eben nicht „typisch“ italienisch ist. Die grandiose Architektur der Häuser erinnert eher an österreichische Städte und in der Sprache hört der Besucher ein slowenisches „dober dan“ oft in einem Atemzug hinter dem italienischen „buon giorno“.

Für beides gibt es Gründe. Zum einen war Triest über 500 Jahre Teil des Habsburger Reiches und dabei Österreichs wichtigster Hafen. Zum anderen zieht sich die Region Triest als schmaler Küstenstreifen unterhalb Sloweniens entlang, ja, man könnte fast sagen: Triest stiehlt Slowenien die Küste. Dank der offenen EU-Grenzen erzeugt das allerdings keinen Streit. Und spätestens wenn der Besucher den Kaffee schmeckt, das Meer hört und die Sonne spürt, zeigt einem Triest auch seine italienische Seele.

Da die Stadt mit rund 200.000 Einwohnern relativ klein ist und die meisten Sehenswürdigkeiten in der recht kompakten Altstadt zu Fuß erreichbar sind, lohnt sich ein Ausflug über ein verlängertes Wochenende dorthin. Hier einige Anregungen, was Besucher in Triest erleben können.

Am Canale Grande entlangschlendern

Zugegeben: Er hat nicht besonders viel mit seinem Namensvetter in Venedig gemein. Der Canale Grande in Triest reicht vom Hafen aus nur etwas mehr als 300 Meter ins Stadtinnere. Doch er bietet einen guten Einstieg in die Theresienvorstadt „Borgo Teresiano“ mit ihren prachtvollen Bauten. Den krönenden Abschluss des Kanals bildet die katholische Kirche Sant‘ Antonio Nuovo mit ihren Säulen und der Kuppel.

Das Theater der alten Römer bewundern

Wer sich am Ende des Canale Grandes rechts hält, kommt an der serbisch orthodoxen Kirche Tempio Serbo Ortodosso di San Spiridione auf der Via San Spiridione vorbei. Nach nur fünf Minuten Fußweg liegt das Teatro Romano di Trieste an der Straße, das alte Römertheater aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Es fasst(e) bis zu 6.000 Zuschauer und wird heute noch im Rahmen eines Festivals im Juli bespielt. Es liegt zudem am unteren Ende des Hügel Colle di San Giusto, an dem sich die historische Altstadt hinaufzieht.

Durch die Altstadt zur Burg aufsteigen

Hinter dem Teatro Romano geht es dann über kleine Treppen und Gässchen den Berg hinauf zum historischen Stadtkern. Dabei passiert man alte Stadttore und andere Relikte aus dem Mittelalter. Oben schließlich steht die Burg und die Kathedrale von San Giusto, dem Schutzheiligen Triests. Von der Burg aus hat man einen guten Blick über die Stadt. Den Abstieg kann man dann über die kleine Via Cathedrale bestreiten. Sie endet kurz vor dem großen Platz Triests.

Einen Kaffee auf dem großen Platz genießen

Er ist das Postkarten-Motiv Triests: der Piazza dell’Unità D’Italia. Der „Einheitsplatz“ ist an sich schon recht groß und die angrenzenden Gebäude noch eine Spur prachtvoller als im Rest der Stadt. Doch der eigentlich Charme wohnt seinem Blick inne: er öffnet sich direkt zum blau schimmernden Golf von Triest. An seinen Flanken liegen einige von Triests berühmten Kaffee-Häuser. Und im Gegensatz zum Piazza San Marco in Venedig sind die Preise hier absolut bodenständig. Sich hier also in Ruhe zu setzen und einen ausgezeichneten Kaffee zu genießen, lohnt sich. Am frühen Nachmittag ist der Platz auch nur wenig bevölkert. Das ändert sich jedoch schlagartig zwischen 15 und 16 Uhr. Denn dann öffnen die Geschäfte in der Stadt.

Stöbern in den Trödelläden

Ab 16 Uhr öffnen auch die Trödel- und Antiquitätenläden, die sich hauptsächlich im ehemaligen jüdischen Viertel der Stadt angesiedelt haben. Es liegt direkt hinter dem prachtvollen Rathaus, das durch ein Tor in der Mitte passiert werden kann. Hier gibt es alte Bücher, Vasen, Werkzeuge, Bilder, Schmuck, Muscheln, und und und. Jeden dritten Sonntag im Monat gibt es hier auch einen großen Flohmarkt. Hält man sich dann weiter westlich des Einheitsplatzes auf und klappert hier die Straßen bis zur Uferpromenade ab, finden sich weitere Antiquitätenhändler, die von günstig bis teuer alles bieten. Dazwischen Klamottengeschäfte, Bars und Restaurants und auch eine kleine Schnitzerei.

Wem der Sinn aber eher nach Marken-Kleidung steht, findet am Piazza della Borsa und dem Corso Italia das Begehrte.

Den Sonnenuntergang auf der Molo Audace bewundern

Genug geshoppt? Dann wird es Zeit für etwas Ruhe und Besinnlichkeit. Wenn die Sonne noch genug Wärme spendet, lohnt sich der Spaziergang auf die Molo Audace. Man könnte fast sagen, sie sei der umgekehrte Canale Grande. Sie führt über 200 Meter in den Golf von Triest hinein. Früher ein Anlegeplatz für Handels- und Kriegsschiffe, ist der Kai heute eine reine Flaniermeile. Und – weil sie nach Nordwesten schaut – ein fantastischer Ort, um die orange Sonne in der blauen Adria versinken zu sehen. Wenn der rote Ball dann verschwunden ist und man sich auf den Rückweg macht, kann es sein, dass bereits die Lichter am Piazza dell’Unità D’Italia angehen, die den Platz noch einmal schöner erscheinen lassen.

Das Märchenschloss des mexikanischen Kaisers bestaunen

Und dann ist da noch das Castello di Miramare. Das weiße Schloss liegt streng genommen schon nicht mehr in Triest, sondern im Vorort Grignano, der direkt an die lange Uferpromenade Triests im Nordwesten anschließt. Der Bruder des österreichischen Kaisers ließ es circa 1860 erbauen – direkt am Meer, umgeben von fantastischen Gärten und mit erstaunlicher Innenausstattung. Viel hatte Ferdinand Maximilian Joseph Maria von Österreich allerdings nicht von seinem Wohnsitz. 1864 wurde ihm die Kaiserkrone Mexikos angeboten. Er bestieg den dortigen Thron, nur um 1867 durch die demokratisch gewählte Regierung hingerichtet zu werden. Immerhin wurde sein Schloss am Meer zu einem beliebten Ausflugsziel für Besucher aus aller Welt. (red, 16.10.2017)

Quelle: Lonely Planet



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