Geologie: Sturmfluten statt Tsunamis im Mittelmeer

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Sturm oder Tsunami – Geologen streiten seit langem, welches Naturereignis im Mittelmeer für durcheinander gewirbelte Gesteinsschichten verantwortlich ist.

Ein internationales Forscherteam hat aus diesem Grund geologische Daten zu 135 vermeintlichen Tsunami-Ereignissen zusammengetragen und analysiert. Die Daten stammen aus dem gesamten Mittelmeerraum und umfassen die letzten 4.500 Jahre. Die durcheinander gewirbelten Gesteinsschichten entstanden vor allem vor 200, 1.600 und 3.100 Jahren. Zu diesen Zeiten gab es aber weder übermäßig viele Erdbeben noch größere Vulkanausbrüche, schreiben die Forscher in den Scientific Reports.

Die Experten gehen davon aus, dass fast alle Ablagerungen gar nicht von Tsunamis stammen, sondern von starken Sturmfluten. Denn diese Zyklen überschneiden sich mit Phasen von kälteren und stürmischeren Wetterbedingungen im Mittelmeer.

Die neuen Erkenntnisse können beeinflussen, wie das Tsunamirisiko im Mittelmeerraum in Zukunft eingeschätzt wird, so die Forscher. Denn da stützt man sich in der Regel auf geologische Daten, die zeigen, wie oft solche Ereignisse in der Vergangenheit aufgetreten sind.