So teuer wird der Mallorca-Urlaub 2018

Palma de Mallorca. Seit der Saison 2016 müssen Urlauber eine Touristensteuer auf Mallorca zahlen. Nun hat die balearische Landesregierung beschlossen, die Steuer zu verdoppeln. Was Touristen künftig bezahlen müssen.

Mallorca boomt. Das werden die vielen Urlauber in dieser Saison sicher gemerkt haben. Die Baleareninsel ist nach der Rekordsaison 2016 in diesem Sommer noch einmal voller. Entsprechend eng wurde es an vielen Stränden der Urlaubsinsel und die Straßen sind und waren die vergangenen Wochen so überlastet wie nie zuvor. Um bei so vielen Touristen die Nachhaltigkeit der Insel zu bewahren, wurde bereits 2016 eine Touristensteuer eingeführt, die jeder Urlauber seither zu zahlen hat. Die Einnahmen fließen in den Umwelt- und Landschaftsschutz. Nun hat die balearische Landesregierung beschlossen, die Steuer – die sogenannte „Ecotasa“ – im kommenden Jahr zu verdoppeln.

Abgabe für Umweltprojekte

Nach Einschätzung der Linksregierung habe sich die Abgabe seit ihrer Einführung nicht auf das Buchungsverhalten der Urlauber ausgewirkt. Aus diesem Grund sei auch vor dem Hintergrund des Touristenansturms und der Folgen für die Umwelt eine Korrektur nach oben gerechtfertigt.

Der Großteil der erwarteten Einnahmen in Höhe von 120 Millionen Euro soll in nachhaltige Projekte fließen, um das natürliche und historische Erbe der Inseln zu schützen. „Die Einnahmen des ersten halben Jahres (Juli bis Dezember 2016) von 30 Millionen Euro haben bereits die Finanzierung von insgesamt 46 Projekten ermöglicht“, sagte Tourismusminister Biel Barceló der Deutschen Presse-Agentur.

Doch wie viel kostet der Urlaub auf Mallorca denn nun ab der kommenden Saison? Auf einer Pressekonferenz vergangene Woche erläuterte Catalina Cladera, die balearische Finanzministerin, unter Berücksichtigung der verschiedenen Rabatte einmal, mit welchen Kosten Urlauber künftig rechnen müssen: So komme eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern unter 16 Jahren laut ihrem Beispiel auf 56 bis 84 Euro für eine Woche Mallorca in der Hauptsaison. Der tägliche Satz der Touristenabgabe entspreche zwischen 1,4 und 2,1 Prozent der durchschnittlichen Tagesausgaben.

Höhe der Steuer hängt von Unterkunft ab

Zu dieser Spanne kommt es, da die Touristensteuer je nach gebuchter Unterkunft unterschiedlich ausfällt: So müssen Urlauber in Luxushotels vier Euro pro Tag zahlen, während in der einfachen Wanderhütte nur ein Euro fällig wird. Zur Kasse gebeten werden nun auch jene Kreuzfahrtpassagiere, die sich weniger als zwölf Stunden im Hafen aufhalten. In ihrem Fall werden zwei Euro pro Tag und Person berechnet.

Billiger wird es jedoch – wie schon seit 2016 – für alle Urlauber, die in der Nebensaison, also von November bis April, auf die Insel kommen: Dann halbiert sich die Steuer. Einen Rabatt von 50 Prozent gibt es zudem ab der zehnten Übernachtung – und das auch in der Hauptsaison. Und Kinder unter 15 Jahren müssen keine Abgabe zahlen.

Gezahlt wird die Touristensteuer übrigens bei der Ankunft im Hotel auf Mallorca. Die Reiseveranstalter weisen beim Buchen auf die Gebühr hin, bezahlt wird die aber erst an der Hotelrezeption.

Ansturm auf die Insel ist ungebremst

Trotz der Erhöhung der Steuer wird nach den Erfahrungen aus dieser Saison nicht damit gerechnet, dass sich die Urlauber von der Touristensteuer abschrecken lassen. Nach einer jüngsten Erhebung des spanischen Statistikamts hat der Ansturm auf die Inseln trotz der „Ecotasa 2017 alle Rekorde gebrochen. Zwischen Januar bis Juli reisten demnach 7,9 Millionen auswärtige Besucher nach Mallorca, Ibiza, Menorca oder Formentera. Das sind stolze 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Juli landeten 2,5 Millionen Ausländer. Den Hauptanteil stellten mit 29 Prozent die Deutschen, dicht gefolgt von den Briten.

Hoteliers und Reiseveranstalter sind dennoch entsetzt. Sie warnen, die Steuer werde viele Touristen dazu bewegen, sich künftig für andere Ziele am Mittelmeer zu entscheiden. Der Verband der Hoteliers von Mallorca kritisierte das Vorhaben als „katastrophal“. Bislang habe die Steuer keine positiven Auswirkungen gezeigt, „weder im sozialen Bereich noch in Bezug auf das touristische Angebot“, klagte Verbandspräsidentin Inmaculada Benito.

Übrigens ist es nicht das erste Mal, dass sich die Balearen an eine Touristenabgabe trauen. Zwischen 2001 und 2003 ging der Schuss aber gewaltig nach hinten los: Zwar waren damals 160 Millionen Euro in die Insel-Kassen geflossen – unterm Strich blieb aber wegen eines starken Einbruchs der Buchungen ein großes Minus. Die Steuer wurde schnell wieder abgeschafft.

(Mit Material von dpa)



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