Zocken in Zypern: Mega-Casino ist in Planung

3D Rendering of a roulette with ball

Zypern plant einen riesigen Casino-Komplex. Von der Finanzkrise, welche die Zyprioten vor kurzem noch heimgesucht hat, ist kaum noch etwas zu spüren. Das Image als „Pleite-Insel“ möchte Regierung weiterhin ablegen. Und jetzt steht ein Konzept, um sich dauerhaft Einnahmen zu generieren.  Geplant ist ein Casino mit über tausend Automaten und mehr als hundert Spieltischen. Die Anzahl der Touristen soll weiter ansteigen. Geplante Fertigstellung: 2020.

Medial wird Zypern sehr schnell als das „Las Vegas für Europa“ bezeichnet. Der Vergleich hält einer näheren Prüfung aber nicht stand. Wenngleich das Mega-Casino auf der Insel eine beeindruckende Anzahl von Spielmöglichkeiten bieten wird, so kann es mit Vegas und seinen über 150.000 Zimmern und ungefähr 140.000 Automaten nicht mithalten.

Zyperns Weg aus der Finanzkrise

Im Jahr 2013 war die Finanzkrise auf Zypern nicht mehr zu leugnen. Während Griechenland in den Medien zu dieser Zeit überall präsent war, hat Zypern eher selten Erwähnung gefunden. Die Insel bekam zehn Milliarden Euro von der Europäischen Union, die aus dem Internationalen Währungsfonds abgezweigt worden sind. Erstaunlich schnell konnten sich die Zyprioten aus ihrem finanziellen Desaster befreien. Schon ein Jahr später konnte von einer Bankenrettung gesprochen werden. Leidtragende waren viele Zyprioten, die ihre Einlagen verloren haben. Tatsächlich haben die Geldinstitute das Anlagekapital der Kunden in Aktien umgewandelt, die jedoch nur einen geringen Wert haben. Inzwischen ist der Weg aus der Krise gefunden. Schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2013 noch um 5,3 Prozent, so stieg ist bereits im ersten Quartal 2017 um 3,3 Prozent. Die Hafenstadt Limassol ist zum Kernsymbol dieses Aufstiegs geworden. Jachten in Millionenwert sind dort zu erblicken. Und demnächst soll in Limassol das europaweit größte Casino entstehen.

Zypern hat die größte Finanzkrise seit der Inselteilung im Jahr 1974 schnell überstanden. Während die Regierung inzwischen stabil aufgestellt ist, verloren viele Anleger ihre Bankeinlagen.

In Zypern entsteht Europas größtes Casino

Ein Konsortium aus China und Amerika hat die Konzession erhalten, um das Casino zu bauen und auch zu betreiben. Neben der eigentlichen Spielbank umfasst das Projekt ein großes Hotel, ein Einkaufszentrum, eine Halle für Konzerte und eine für Konferenzen. Luxus-Boutiquen sollen vermögende Touristen anlocken. Gleichwohl ist ein Ausgleich für das Spielen im Casino geplant. Denn das Außengeländer soll eine Pool-Landschaft bieten. Der Tourismus- und Handelsminister Yiorgos Lakkotrypis bringt es auf den Punkt: „Es handelt sich um das bedeutendste Projekt, das Zypern in den vergangenen Jahrzehnten gesehen hat.“ Damit ist der Inselstaat um eine Attraktion reicher. Schon jetzt kommen in den Sommermonaten zahlreiche Touristen, um auf Zypern ihren Urlaub zu verbringen. Insbesondere in den Winter-Monaten haben jedoch viele Hotelzimmer leer gestanden. Der Bau des Casinos könnte hier einen Wandel herbeiführen. Ähnliche Projekte gibt es auch anderswo, zum Beispiel in Sotschi/Russland.

Spielbanken sind auf Zypern bereits vorhanden. Zumindest in der „Türkischen Republik Nordzypern“, die international jedoch geächtet ist. Es handelt sich um kleinere Casinos, die jedoch mit einer positiven Bilanz überzeugen sollen.

Planungen: Europas größtes Casino in Zahlen

Zypern und das amerikanisch-chinesische Konsortium haben mit ihrem Casinokomplex imposante Ziele. Vordergründig geht es beiden Parteien darum, weitere Touristen auf die Insel zu bringen. Dazu bedarf es aber mehr, als ein kleines Spielcasino, das fast überall zu finden ist. Daher denken die Initiatoren in größeren Maßstäben. Die wichtigsten Kennzahlen zum neuen Casino in Zypern haben wir einmal zusammengefasst.

136 Spieltische – Sollen Spaß beim Blackjack, dem Pokern und natürlich beim Roulette bieten. Das Spiel mit den Karten, sowie mit Kugel und Kessel darf in keinem Casino fehlen.
200 Automatenspiele – Eine beeindruckende Zahle, die sich natürlich finanziell erklären lässt. Denn die Spielautomaten sollen für die meisten Einnahmen in einem Spielcasino sorgen.
500 Zimmer – Soll das Fünf-Sterne-Hotel vorweisen, welches an den Casino-Komplex angeschlossen ist. Ein Einkaufzentrum mit Luxus-Boutiquen schließt das gewaltige Bauwerk ab.
500.000 Touristen – Soll Europas größtes Casino im Jahr anlocken. Diese sollen die Staatskasse mit ihrem Urlaub und zusätzlich mit dem Spielen bedienen.
2,5 Millionen Euro – Kostet die Konzession das Konsortium innerhalb der ersten vier Jahre. Anschließend steigen die jährlichen Kosten auf 5,0 Millionen Euro an.
30 Jahre – Ist die Lizenz für das Casino ohne Verlängerung gültig. Über die ersten 15 Jahre besteht sogar ein Monopol. Es darf also keine weitere Spielbank entstehen.
15 Prozent Steuer – Fällt lediglich auf den Brutto-Spielertrag an. Es handelt sich um einen vergleichsweise kleinen Steuersatz. Für gewöhnlich steigt die Prozentzahl auf 30 bis 80 Prozent an.
100 Millionen Euro – Ist der Betrag, welcher laut Schätzungen des Finanzministers, an Mehreinnahmen durch die Steuer auf den Brutto-Spielertrag im Jahr einbringt.
Drei Satteliten-Casinos – Sind in der Hauptstadt Nikosia, sowie in Paphos und Larnaca geplant. Dadurch ist das Spielen schon vor der Eröffnung des Mega-Casinos 2020 möglich.

Eine Zahl können wir ins Verhältnis setzen. Denn aktuell steuern ungefähr 3,2 Millionen Touristen im Jahr Zypern an. Den Schätzungen zufolge, könnte diese Zahl also um knapp ein Sechstel ansteigen. Der Tourismus soll auf Zypern ein Fünftel des BIPs ausmachen und ist daher ein wichtiges Standbein für die Wirtschaft. Es gibt ebenfalls Zahlen zum Inselnorden, der „Türkischen Republik Zypern“, wo die Spielbanken im Jahr mehr als 700 Millionen US-Dollar umsetzen sollen.



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