Shakespeare und Cervantes starben vor 400 Jahren: Wer waren sie?

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Von Peer Meinert und Hubert Kahl, dpa

Vor 400 Jahren – also 1616 – starben zwei der ganz Großen der Weltliteratur: Shakespeare («Romeo und Julia») und Cervantes («Don Quijote»). Ein Vergleich.

Sie zählen zu den Größten der Weltliteratur, beide starben vor 400 Jahren: William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Lange Zeit meinte man, sie seien am selben Tag, dem 23. April 1616, gestorben – der «Welttag des Buches» wurde sogar auf dieses Datum gelegt. Eine Annäherung an die beiden Schriftsteller, die in diesen Tagen besonders gefeiert werden.

Wann wurden sie geboren?

Shakespeare: Wurde am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon gut 130 Kilometer nordwestlich von London getauft. Der genaue Geburtstag ist unklar, traditionell wird er am 23. April gefeiert.

Cervantes: Kam 1547 in Alcalá de Henares östlich von Madrid zur Welt. Als Geburtsdatum wird der 29. September angenommen.

Aus welchen Familien stammten sie?

Shakespeare: War das dritte von acht Kindern. Der Vater war Handschuhmacher, gehörte aber auch dem Gemeinderat an. Beide Eltern waren Katholiken.

Cervantes: War das vierte von sieben Kindern von Rodrigo de Cervantes. Der verarmte Barbier und Chirurg wechselte häufig mit der Familie den Wohnsitz. Von der Mutter Leonor de Cortinas weiß man kaum etwas.

Welches waren ihre wichtigsten Werke?

Shakespeare: «Hamlet», «Macbeth» und «Romeo und Julia» zählen zu den bekanntesten seiner über 30 Theaterstücke. Immer wieder wird aber infrage gestellt, ob er tatsächlich der Autor war.

Cervantes: Sein mit Abstand wichtigstes Werk war der Roman «Don Quijote». Er erschien in zwei Bänden und gilt als das bedeutendste Literaturwerk der spanischsprachigen Welt.

Was weiß man über sie?

Shakespeare: Über sein Privatleben ist wenig bekannt. Bevor er Anfang der 1590er Jahre nach London kam, gilt eine längere Periode als «verlorene Jahre». Es gibt Spekulationen, dass er damals Italien bereiste, aber dafür hat man keine Beweise.

Cervantes: Der Autor führte ein bewegtes und abenteuerliches Leben. Er wurde als Soldat in einer Seeschlacht verwundet, von nordafrikanischen Korsaren jahrelang in Gefangenschaft gehalten und litt fast sein ganzes Leben unter Schulden und Geldnöten.

Welchen Tätigkeiten gingen sie neben der Schriftstellerei nach?

Shakespeare: Schrieb nicht nur Dramen, sondern erschien zumindest zeitweise selbst auf der Bühne. Er investierte in das «Globe»-Theater, kaufte Immobilien. Er starb als wohlhabender Mann, vererbte vier Häuser und Land.

Cervantes: Der Autor des «Don Quijote» fand erst spät zur Literatur. Er arbeitete in Rom für einen Kardinal als Kammerdiener, verdingte sich als Soldat bei der spanischen Armee und diente dem Staat als Steuereintreiber.

Wann sind sie gestorben?

Cervantes: In Spanien geht man heute davon aus, dass der 22. April 1616 sein Todestag war.

Shakespeare: Die Annahme, dass Shakespeare einen Tag nach Cervantes starb, ist falsch. Es lagen wohl elf Tage zwischen den beiden Todestagen. Als Shakespeare am 23. April 1616 starb, war in Spanien schon der 3. Mai. Der Grund: In Spanien galt damals schon der Gregorianische Kalender, während die Briten noch am Julianischen Kalender festhielten.

Wo sind sie begraben?

Shakespeare: Sein Grab ist in der Holy Trinity Church in Stratford-upon-Avon. Immer wieder sorgen Spekulationen für Aufsehen, Grabräuber könnten den Schädel gestohlen haben.

Cervantes: Der Spanier wurde in Madrid auf dem Gelände eines Klosters im Zentrum der Stadt beigesetzt. Wegen Umbauten an einer Kirche wurden die sterblichen Überreste später umgebettet, so dass die Grabstätte nicht mehr mit 100-prozentiger Sicherheit lokalisiert werden kann. Ein Expertenteam entdeckte 2015 auf dem Klostergelände ein unterirdisches Gewölbe mit den Knochen mehrerer Toter. Es gilt als «sehr wahrscheinlich», dass auch die Überreste von Cervantes darunter sind.

Wer hat mehr Google-Treffer?

Shakespeare: Im britischen Google gibt es 123 Millionen Treffer, in der deutschen Version 118 Millionen Treffer.

Cervantes: Miguel de Cervantes kommt in der spanischen Version auf 62,1 Millionen Treffer und in der deutschen auf 25,4 Millionen.

Was erinnert an sie?

Shakespeare: Am bekanntesten ist das «Globe»-Theater in London, das nach altem Vorbild wiederaufgebaut wurde. Das traditionelle Theater hat kein Dach, Vorstellungen gibt es dort nur von April bis Oktober. Eine Truppe des Theaters tourt seit zwei Jahren um die ganze Welt.

Cervantes: Das staatliche spanische Kulturinstitut – das Pendant des deutschen Goethe-Instituts – ist nach dem Schriftsteller benannt. Spanien vergibt zudem alljährlich den Cervantes-Preis, die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt.



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