Frontex: Anteil gefälschter syrischer Pässe bei zehn Prozent

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Ein Teil der Flüchtlinge in griechischen Aufnahmelagern will mit gefälschten syrischen Pässen bessere Chancen auf Asyl erreichen. «Wir schätzen, dass der Anteil der Fälschungen unter den syrischen Pässen bei etwa zehn Prozent liegt», sagte Ewa Moncure, Sprecherin der EU-Grenzschutzagentur Frontex, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem Afghanen versuchten teilweise, sich als Syrer auszugeben.

Laut Frontex greifen aber auch «echte» Syrer auf Fälschungen zurück. Angesichts des Chaos der Flucht, nach Bombardierungen und Wohnortwechseln innerhalb Syriens hätten viele keine Ausweise dabei, sagte Moncure. «Für uns ist das eine neue Erfahrung, dass die Syrer Papiere haben. In der Vergangenheit war es in der Regel so, dass Flüchtlinge ohne irgendwelche Dokumente angekommen sind», verglich sie die Situation in Griechenland mit der Aufnahme von Flüchtlingen, die von Libyen aus ihren Weg über das Mittelmeer nach Europa suchten.

«Das Geschäft mit gefälschten Pässen und anderen Dokumenten ist eine neue Dienstleistung der Schlepperorganisation geworden», sagte Moncure. «Die meisten Flüchtlinge geben an, dass sie die Papiere in der Türkei gekauft haben. Es gibt da eine Reihe von Angeboten von Leistungen für Flüchtlinge.» In den Befragungen in den Aufnahmezentren spielten die Pässe, ob nun echt oder gefälscht, aber nicht die entscheidende Rolle. «Für die Identifizierung von echten Syrern sind die Papiere nicht die einzige Grundlage.»