Angriff auf Touristen: Ägypten verspricht kompromisslose Aufklärung

0
8898

 
 
 

Nach dem tödlichen Angriff ägyptischer Sicherheitskräfte auf eine mexikanische Reisegruppe gelobt die Regierung in Kairo größtmögliche Offenheit – und verpasst den Medien gleichzeitig einen Maulkorb.

Ägyptens Regierung hat Mexiko bei der Aufklärung des tödlichen Angriffs staatlicher Sicherheitskräfte auf eine mexikanische Reisegruppe volle Kooperation versprochen. Außenminister Samih Schukri versicherte seiner mexikanischen Kollegin Claudia Ruiz Massieu «die Verpflichtung der ägyptischen Regierung zu einer sofortigen, gründlichen und transparenten Untersuchung der Umstände, Verantwortlichkeiten und Ursachen für diesen bedauerlichen Vorfall», heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme beider Außenminister vom Mittwoch in Kairo.

Ägyptische Sicherheitskräfte hatten eine Gruppe Urlauber am Sonntag in einer Wüstenregion im Westen des Landes irrtümlich aus der Luft angegriffen, weil sie in dem Konvoi aus vier Geländewagen Terroristen vermuteten. 12 Menschen starben, unter ihnen acht Mexikaner. Zehn Touristen wurden zudem verletzt. Nach Angaben der ägyptischen Behörden vom Montag hielt sich die Reisegruppe zur Zeit des Angriffs in einer Sperrzone auf. Dies wurde von verschiedenen Seiten in Frage gestellt.

Mexikos Außenministerin Claudia Ruiz Massieu, die nach Angaben der staatlichen Agentur Mena mit Angehörigen der Opfer, Ärzten und mexikanischen Polizeiexperten angereist ist, bedankte sich für die Kooperation und die «positive Haltung» der ägyptischen Regierung. Zu Einzelheiten des Vorfalls wollte sie nicht Stellung nehmen: «Wir haben uns darauf geeinigt zu warten, bis die Untersuchung abgeschlossen ist».

Nun sei es erst einmal wichtig, ihre toten und verletzten Landsleute nach Hause zu bringen. Zuvor hatte Ruiz Massieu den ägyptischen Staatspräsident Abdel Fattah Al-Sisi getroffen. Von dem Gespräch wurden zunächst keine Einzelheiten bekannt.

Trotz der Ankündigung einer offenen und gründlichen Untersuchung des für Ägypten katastrophalen und peinlichen Vorfalls aber will die Regierung Details der Überprüfung nicht in der Presse sehen. Das autoritäre Regime verbot laut der staatlichen Zeitung «Al-Ahram» die Berichterstattung zu dem Thema.